Laser in der Chirurgie

Foto: Dr. Meryem Öz-Schmidt
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Facharztkompetenz in Hanau
Dr. Meryem Öz-Schmidt
Chirurgische/Unfallchirurgische Praxis  – Tagesklinik
Sophie-Scholl-Platz 4a  I 63452  Hanau

Laser in der Chirurgie
Laserstrahlen  haben zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in Technik und Forschung sowie im täglichen Leben, vom einfachen Lichtzeiger (z. B. Laserpointer bei Präsentationen) über Entfernungsmessgeräte, Schneid- und Schweißwerkzeuge, die Wiedergabe von optischen Speichermedien wie CDs, bis hin zum  Laserskalpel und  anderen Laserlicht verwendenden Geräten im medizinischen Alltag.
Unter dem Begriff Laserchirurgie fasst man operative Methoden in der Chirurgie zusammen, bei denen Laser eingesetzt werden. Bereits in den sechziger Jahren gelang es, Lichtwellen extrem zu bündeln und damit eine ganz besondere Energieform zu gewinnen. Es wurde schon früh in der Medizin damit experimentiert. Routinemässige Anwendungen fanden aber erst Mitte der achtziger Jahre statt.
Mittlerweile ist Laserchirurgie vor allem in der Augenheilkunde unverzichtbar. Auch wenn schon 2001 die erste Anwendung eines Lasers bei Varizen (Krampfadern)  beschrieben wurde, gelangen gute Ergebnisse erst mit den seit kurzem verfügbaren langwelligen Lasern, die speziell mit Wassermolekülen interagieren. Laserstrahlen haben thermische Effekte (erhitzen, schneiden, schweissen) und photochemische (Molekülveränderungen durch Energieübertragung). Bei geringer Stärke haben Laser in der Medizin auch biodynamische Effekte (Stoffwechselanregung). Vor allem der letzte Begleiteffekt mag für die relative Schmerzarmut und die rasche Heilungstendenz ursächlich sein.
Zu den grössten Fortschritten der Einsatzmöglichkeit des Lasers  zählt der Einsatz in den Gefässen bzw. Gefässkomplexen. Blut absorbiert andere Wellenlängen als Wasser, welches ja auch sonst lichtdurchlässig ist. Somit revolutionierte der Laser den Einsatz in der Krampfader-  und Hämorrhoidenbehandlung.

Endoluminale Lasertherapie (Krampfaderverschluss)
Die endoluminale Lasertherapie ist eine schonende Methode, Venen zu verschließen, die statt chirurgischem Stripping verwendet wird. Über diese Laser-Faser wird Laser-Energie an die Venenwand abgegeben und dadurch die Vene verschlossen. Vor und während der Operation werden Ultraschall-Untersuchungen mit der Duplex-Sonographie durchgeführt, um den Venendurchmesser zu bestimmen und so die geeignete Laserenergie auszuwählen. Während der Operation wird mit dem Ultraschall die Position des Katheters überprüft, um Nebenwirkungen am tiefen Venensystem zu gewährleisten und während des Eingriffs das Ergebnis zu kontrollieren.
Dieses Verfahren wird von  der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie neben den herkömmlichen Operativen Verfahren als gleichwertig effektiv eingeschätzt.
 
Laser- Hämorrhoiden Behandlung (Laser Hämorrhoido-Plastie)
Durch die Wärmewirkung des Lasers werden die Wände der Hämorrhoiden-Äderchen verklebt und die Gefäße auf diese Weise verschlossen. Anschließend bilden sich die Hämorrhoiden in der Regel zurück. Bei deutlicher Knotenbildung bringt das sogenannte Verfahren  die Verdickungen gezielt durch Wärme zum Schrumpfen. Die Hämorrhoiden können sich wieder in die Schleimhaut zurückziehen, die Beschwerden verringern sich normalerweise. Die Behandlung verläuft in der Regel schonender als herkömmliche chirurgische Verfahren da nur sehr kleine Schnitte notwendig sind, normalerweise keine Verletzung der Analschleimhaut besteht und    der Schließmuskel unversehrt bleibt.

Laser Fistelverschluss bei Enddarmfisteln  und Steissbeinfisteln
Ursache für Analfisteln sind meistens Entzündungen von Afterdrüsen, die sich entweder unter der Schleimhaut, durch die Mastdarmwand oder den Schließmuskel ausbreiten. Wenn sich ein verzweigtes Gangsystem entwickelt hat, kann die Behandlung von Analfisteln oft sehr schwierig sein. Hier ist die Behandlung mit Laser unter Verschluss des inneren Fistelmundes eine gute Behandlungsoption, da eine starke Wundheilung angeregt wird und das Inkontinenzrisiko nicht erhöht wird.
Die Steißbeinfistel ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Gesäßes, die hauptsächlich Männer mit starker Behaarung trifft. Bezeichnungen sind auch Sakraldermoid, Pilonidalzyste oder Sinus Pilonidalis. Es gibt sehr radikale Operationsverfahren welche einen schmerzhaften Verlauf nach der Operation haben mit monatelanger Wundbehandlung. Das Wiederenstehungsrisiko wurde allerdings auch durch radikale Verfahren nicht verhindert. Die Lasermethode hat hier einen sehr schonenden und effektiven Einsatz. Das verursachende Haarbüschel wird sparsam entfernt und dann die Fistelgänge mit dem Laser sterilisiert und zur Wundheilung angeregt. Abduschen und eine kleine Kompresse über den ehemaligen Fistelöffnungen reicht zur Nachbehandlung. Auch hier besteht die Gefahr einer fehlenden Heilung (ca 15 %), so dass die Prozedur wiederholt werden muss.
In der modernen Medizin ist der Laser in den meisten Fachrichtungen nicht mehr wegzudenken. Vielfach haben die Vorteile der Wirkung dieses besonderen Lichtes herkömmliche Behandlungsmethoden überholt. In den letzten Jahren sind eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen über Anwendungen des Lasers in der Medizin durchgeführt worden. Vorteile und positive Wirkungen sind durch eine große Menge von wissenschaftlichen Studien belegt. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden ist die Behandlung mit dem Laser häufig sanfter, nebenwirkungsärmer, deutlich schmerzärmer und effektiver. Trotz alledem muss die Anwendung mit Laser in der Chirurgie immer individiuell, Patienten - und Krankheitsorientiert eingesetzt werden; nur so kann auch das  erwünschte Ergebnis nachhaltig  eintreten.

Redaktion: Dr. Meryem Öz-Schmidt


  Foto: Dr. Meryem Öz-Schmidt