Pflegevorsorge oft mangelhaft

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Aktuelle Umfrage: Nur jeder siebte Berufstätige sieht sich ausreichend abgesichert
Mit dem sogenannten „Pflegestärkungsgesetz II“ hat die Bundesregierung die gesetzliche Pflegeversicherung Anfang 2017 weiter ausgebaut. Doch trotz der Modernisierungen bleibt private Pflegevorsorge ausgesprochen wichtig, um eventuelle Pflegekosten abzudecken. Meist reichen die staatlichen Grundleistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nämlich bei weitem nicht aus.

 

Berufstätige weniger zuversichtlich als im Vorjahr
Tatsächlich sieht sich nur knapp jeder siebte deutsche Berufstätige in Deutschland für den Fall einer Pflegebedürftigkeit ausreichend abgesichert. Und 36 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen für eine ausreichende Vorsorge die Mittel fehlen beziehungsweise bisher gefehlt haben. Das sind wesentliche Ergebnisse des aktuellen „Axa Deutschland-Reports“. Befragt wurden Erwerbstätige, die das Risiko einer Pflegebedürftigkeit umfassend absichern wollen, also über alle Vorsorgeformen beziehungsweise auch über eventuell bereits vorhandene Pflegeversicherungen hinaus. Gegenüber 2016 offenbaren die aktuellen Zahlen eine deutliche Verschlechterung: Vor einem Jahr sah sich noch jeder fünfte Berufstätige ausreichend abgesichert, und nur 29 Prozent fühlten sich wegen fehlender Mittel dazu nicht in der Lage.

Große regionale Unterschiede
Noch ausgeprägter als unter Erwerbstätigen ist die Entwicklung unter Rentnern und Pensionären in Deutschland. Hier schnellte die Zahl derer, die sich für den Pflegefall nicht ausreichend abgesichert sehen, von 31 Prozent im Vorjahr auf jetzt 43 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl derer, die ihre Vorsorge als ausreichend betrachten, von 29 auf 23 Prozent. „Darüber hinaus gibt es bei der Absicherung der Pflegebedürftigkeit große regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands“, erklärt Dr. Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands im Axa Konzern. So glauben Berufstätige in den nördlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern mit 22 Prozent und Schleswig-Holstein mit 19 Prozent deutlich häufiger als in anderen Bundesländern, ausreichend für diesen Fall vorgesorgt zu haben. Nur halb so oft, und damit bundesweit am seltensten, ist das dagegen bei Berufstätigen in Thüringen, Berlin und Hamburg der Fall. In diesen drei Bundesländern geben allerdings besonders viele Befragte an, die Vorsorge-Problematik für den Pflegefall „bisher nicht gesehen und daher nicht geregelt zu haben“.

Redaktion: DJD